Manche Menschen wissen schon als Kinder, was sie einmal werden wollen. Ein solcher Mensch ist Esther Kamani. Schon als Kind wollte sie kranken Menschen helfen.
Gar nicht so einfach, wenn man als Mädchen in Afrika, genauer gesagt in der Demokratischen Republik Kongo, aufwächst. Esther wusste, dass sie besser und mehr lernen musste als andere, um ihren Traum zu verwirklichen. Sie arbeitete hart, bestand die Schule mit Bestnoten und begann ein Medizinstudium. Andere angehende Ärztinnen und Ärzte in Afrika denken dann vielleicht daran, eines Tages nach Europa oder die USA zu gehen und dort zu arbeiten. Für Esther stand von Anfang an fest, dass sie den Menschen in ihrem Land helfen wollte und damit die Gesundheitsversorgung in einem der ärmsten Länder der Welt verbessern wollte.
Bei ihren Praktika erschütterten Esther vor allem die große Zahl von Patienten mit teilweise schweren Augenerkrankungen und dem gegenüber der Mangel an Augenärzten und Augenkliniken. Sie sah, dass viele Menschen erblindeten, weil sie zu spät oder gar nicht augenärztliche Hilfe fanden. Und sie sah, dass diese Menschen in der Folge verarmten und vereinsamten, weil sie nicht arbeiten konnten und von ihren Familien und der Gesellschaft ausgeschlossen wurden.
Esther erkannte, dass Augenheilkunde weitaus mehr kann, als nur zu heilen. Sie beschloss, Augenärztin zu werden. „Für mich bedeutet die Behandlung und Prävention von Blindheit, unabhängig von ihrer Ursache, nicht nur, Patienten das Augenlicht zurückzugeben, sondern ihnen auch ihre Selbstständigkeit und Würde zurückzugeben (…) Deshalb betrachte ich die Augenheilkunde als ein Fachgebiet mit tiefgreifender menschlicher und sozialer Bedeutung.“
Ohne die Stiftung Augenlicht wäre Esthers Traum trotz ihres Ehrgeizes und Fleißes ein Traum geblieben, denn die Universitäten lassen sich die Facharztausbildung bezahlen. Die Orthoptistin Christiane Paschke aus Detmold, eine profunde Kennerin der Situation der Augenheilkunde in Afrika setzte sich für ein Stipendium für Esther ein und vermittelte sie an die Stiftung Augenlicht. Dank eines Stipendiums der Stiftung Augenlicht, ermöglicht durch die großzügigen Spenden unserer Spenderinnen und Spender, kann Esther nun in Kinshasa, der Hauptstadt ihres Landes weiter studieren. Inzwischen ist sie im zweiten Jahr ihrer Facharztausbildung und arbeitet und lernt am St. Joseph Hospital. Der Weg zum Ziel ist nicht mehr weit.